Tipps zum Hausbau 7

oder was wir oder andere Bauherren beim nächsten Mal anders machen würden…

Stand: 24.05.2016

Außenanlagen

  • Anfragen zu Angeboten an Garten- und Landschaftsbauern frühzeitig stellen, da tw. mit deutlich erhöhten Reaktionszeiten zu rechnen ist
  • Auf Witterungsbeständigkeit der Deckel der Revisionsschächte achten (z.B. nicht rostend)

Elektro

  • Eindeutige Vermaßung für alle Steckdosen, Schalter, etc.
    • Gegenprüfung mit Werkplanung und deren Größen (z.B. Vorwände)
  • Steckdose hinter Türen bzw. nicht auf der Seite des Türanschlags nur wenn wirklich sinnvoll 😉
  • Auf ausreichenden Kabelquerschnitt achten. Falls z.B. mal ein Anschluss für das Laden eines Elektroautos geplant ist, reicht kein 1,5mm². Auch bei größeren Entfernungen den entsprechenden Spannungsabfall berücksichtigen.
  • Mehr mit LED Stripes in Profilen arbeiten. Z.B. als Haustürbeleuchtung in der Überdachung, wenn vorhanden. Oder aber ein RGB Stripe in der Nähe der Haustür, um einfache visuelle „Botschaften“ vor dem Verlassen oder beim Ankommen im Haus zu erhalten.
  • Lampenauslässe entsprechend Lampe planen: Es gibt Lampen, die mittig an der Decke die Befestigung benötigen, d.h. die Öffnung für die Verkabelung sollte dann etwas versetzt sein, aber so passend, dass die Abdeckung der Lampe an der Decke diese Öffnung noch verdeckt

Erdarbeiten

  • Bei Bau auf Bodenplatte frühzeitig klären, wann die vorbereitenden Erdarbeiten dazu fertiggestellt werden müssen
  • Kontrollschächte für Endwässerung wenn möglich in die Pflasterung für die Einfahrt o.ä. mit integrieren. Im Pflanzbeet oder Rasenstück können diese dagegen störend wirken, da man sie auch nicht komplett verschwinden lassen kann.

Endreinigung

  • Spezielle Reinigungsmittel für Fenster, Fensterrahmen, Böden etc. vor der Endreinigung erfragen und stellen lassen, um sich die Arbeit deutlich zu vereinfachen. Nicht jedes Reinigungsmittel für Kunststoffe ist z.B. bei den Kunststofffenstern auch sinnvoll. Auch für die Fliesen gibt es verschiedene „Wundermittel“

Fenster

  • Bei Folierung der Fensterrahmen zuvor klären, ob bei der gewünschten Größe grundsätzlich möglich
  • Vorab abklären ob Rollläden immer möglich sind (z.B. bei uns nicht bei Eckfenstern).
  • Spezielle Lackierung von Führungsschienen von Rollläden und Raffstoren (z.B. in einer anderen Farbe passend zu dem äußeren Rahmen) müssen separat bestellt werden und sollten direkt ins Angebot aufgenommen werden
  • Sicherheitspakete wie Zapfen, die das Aushebeln der Fenster verhindern oder aber abschließbare Griffe werden erst auf Nachfrage angeboten. Insbesondere die Zapfen sind gegen einen geringen Mehrpreis erhältlich und sehr sinnvoll. Abschließbare Griffe können notfalls auch nachträglich noch eingebaut werden.
  • Satiniertes Glas in allen Bädern: Zwar ist dies mit verringertem Lichteinfall verbunden, aber in jedem Fall besser, als immer die Rollläden unten zu lassen. Hier fehlten auch Hinweise bei der Bemusterung.

Fliesen

  • Fabrikat und Modellnummer von ausgewählten Fliesen und Fugenmaterial notieren und schriftlich bestätigen lassen
  • Fliesenmodell und Fugenhersteller/Farbe vor Einbringen der Fliesen prüfen
  • Wenn unterschiedlich Fliesen in einem Raum z.B. an der Wand verwendet werden, sollte darauf geachtet werden, dass beide Modelle vom selben Hersteller stammen bzw. dieselbe Größe aufweisen (30×60 ist nicht das genaue Maß sondern nur eine ungefähre Angabe/Größengruppe)
  • Unterschiede zwischen kalibrierten/geschnittenen Fliesen beachten
  • Silikonfarbe möglichst auch vorab bei der Fliesenbemusterung passend zu den Fliesen und Fugenfarbe wählen (ebenfalls auf Hersteller Modellname achten)

Heizung

  • Technikraum (Größe/Schnitt) entsprechend Heizungsmodell wählen. Bei der technischen Feinplanung kann sich herausstellen, dass das gewählte Modell nicht genug Platz findet. Auf Vorgaben bzgl. Mindestabständen vom Hersteller achten (Garantie!).
  • Heizungsverteiler für die Fußbodenheizung pro Stockwerk am besten von Anfang an in den Plänen berücksichtigen, damit es später über Ort und Größe keine Überraschung gibt. Ziel sollte es sein die Verteiler so zu platzieren, dass diese einerseits immer gut erreichbar sind, und andererseits auch nicht jedem sofort ins Auge springen.
  • Fußbodenheizungs-Schleifen in den Bädern deutlich enger verlegen, da durch den verlorenen Platz (Dusche, Wanne) die Heizfläche im Vergleich zur Raumgröße deutlich eingeschränkt wird.

Loxone

  • Aktoren besser auf die Anforderungen anpassen
    • keine Universalaktoren, da Jalousiefunktionalität im Normalfall bei Verwendung von Loxone Automatikjalousie nicht benötigt wird
    • Bei Mischung von Leuchten und Steckdosen Steuerung bzw. Mischung von unterschiedlichen Zimmern auf einen Aktor, sollte zuvor mit dem Elektriker abgesprochen werden, ob die Sicherungsplanung eingehalten werden kann. Teilweise werden bei einem Aktor mehrere (z.B. 4) Ausgänge an eine Phase angeschlossen. Deshalb z.B. besser den neuen MDT AKS-2016.02 20-fach Aktor einsetzen, da hier alle Kanäle einzeln bzw. getrennt abgesichert werden können.
    • Spezielle Heizungsaktoren, die elektronisch schalten und mit PWM Ausgangssignalen dauerhaft umgehen können.
  • DMX4ALL DMX Dimmer haben keinen Schutz gegen Kurzschluss. Dies sollte separat abgesichert werden
  • Auf Lüfter der Netzteile achten. Eventuell kleinere Modelle ohne Lüfter wählen.
    • z.B. bei Meanwell statt Industrienetzteile der HRP-Serie die für Beleuchtungsaufgaben zertifizierte und lüfterlose HLG-Serie verwenden
  • Basis Programmierung sollte für alle Steckdosen, Lampen und Taster vor der (Elektro-) Endabnahme fertiggestellt sein, da dadurch eventuelle Fehler noch zeitnah behoben werden können. Die Elektrikprüfung wird normalerweise am letzten planmäßigen Termin der Elektriker durchgeführt.
  • An den Stellen, an denen KNX Bewegungsmelder verbaut werden auch ein Kabel sternförmig zur Verteilung einplanen, um eventuell mal den KNX Melder durch eine günstige 24V oder 1-Wire Variante austauschen zu können.
  • In jedem Raum Bewegungsmelder vorsehen.

Putz

  • Sockelputz ist nicht zwingend Vertragsbestandteil

Rohbau / Planung

  • Auf Änderungen bei der technischen Bemusterung einstellen. Nicht alle Wünsche und Ideen, die in der Grob-Planung in den Vertrag aufgenommen wurden, müssen auch in der Form umsetzbar sein
  • Notwendige Änderungen werden teilweise erst spät kommuniziert und dann unter Zeitdruck (technische Bemusterung) zur Entscheidung dem Bauherrn vorgelegt. Sobald die Werkpläne abgenommen sind, sind weitere Änderungen mit höheren Kosten verbunden. Hier auf zeitnahe Kommunikation hinweisen und größere Änderungen nicht unter Zeitdruck akzeptieren.
  • Planung aller Regenrohre bedenken (Carport, Vordach, …) auch im Hinblick auf andere Gewerke (z.B. Außenlampen)
  • Revisionsschächte im Bereich der gepflasterten Flächen planen (siehe auch Erdarbeiten).

Sanitär

  • Maßen von Vorbauwänden schon in den Werkplänen eindeutig angeben lassen. Nachträglich nach Rohbauphase prüfen, bevor z.B. Wandfliesen angebracht werden
  • Keine Fußbodenheizung unter der Badewanne verlegen lassen
  • Badewanne und Duschwanne möglichst ohne Estrich aufstellen lassen. Nach alternativen Lösungen suchen, falls nicht direkt möglich
  • Bei Herausnahme der Sanitärobjekte darauf achten, dass die Unterputz Armaturen zu den gewählten Armaturen passen (Hersteller). Alle Unterputz Einbaukörper oder Spülkasten werden normalerweise trotzdem durch B&W eingebaut (was sich auch anbietet, da dies unter die Sanitärrohmontage zusammen mit allen Leitungen fällt)
  • Auf Modell des Spülkastens achten, da nicht alle Toiletten denselben Spülkasten verbaut haben müssen
  • Für ein oder mehrere Außenwasserhähne kann es praktisch sein eine separate Leitung im Technikraum zu haben. Zum einen will man eventuell das Gartenwasser nicht an die Entkalkungsanlage anschließen und zudem kann es je nach Versorger nützlich sein, einen zusätzlichen sogenannten Gartenwasserzähler einzubauen, um die Abwassergebühr zu sparen. Hier ist es am besten diesen frostgeschützt im Haus zu montieren.

Vertrag

  • Alle Details von jedem Gewerk sollten im Vertrag festgehalten werden. Z.B. Ausführung von Schiebetüren. Annahmen führen hier ansonsten leicht zu Missverständnissen.
  • Wenn Dinge nachträglich aus dem Vertrag genommen werden sollen, sollte vorab geklärt werden, welche Leistungen dies betrifft und welche Höhe die Gutschrift hat
  • Alle Zusatzausstattungen, die schon im Voraus eindeutig feststehen, sollten mit in den Vertrag genommen werden. Mündliche Aussagen über Kosten von Extras müssen nicht zwingend korrekt sein bzw. anders gemeint sein. Deshalb ist eine Vorbemusterung in jedem Fall sinnvoll. Vielleicht hilft es hier auch andere Bauherren im Voraus zu kontaktieren.
    Beispiele für Zusatzausstattung wären: Geschosserhöhung, höhere Innentüren, Fliestapete, Glas-Schiebetür, besondere Ausführung der Treppe/Haustür, farbige Fensterrahmen/Rollläden/Raffstore/Führungsschienen, Raffstore statte Rollläden, elektrische Rollläden/Raffstore, Fliesestrich, abgehängte Decke/doppelte Lattung für Deckenspots,  Ausführung der Fliesenarbeiten (Alu Abschlussleiste, farbige Fugen, Fliesen mit kalibrierter Kante), Sicherheits-Pilzköpfe Fenster, Eckfenster, Lüftungsanlage, Wasserenthärtungsanlage, Parkett/Laminat in bestimmter Ausführung, große Fliesen, Mosaik-Fliesen.
  • Suche nach Haushersteller und nach Auswahl Aufsetzen des entsprechenden Vertrags möglichst frühzeitig beginnen. Es ist auch möglich den Haus-Vertrag vor dem Grundstückskauf abzuschließen, damit man sich einen entsprechenden Stelltermin sichern kann. Es sollte nur eine entsprechende Rücktrittsklausel (kein passendes Grundstück, andere Maßen) vereinbart werden, die man dann sobald das Grundstück erworben wurde streichen lässt.

7 thoughts on “Tipps zum Hausbau

  1. Antworten Michael Sep 24, 2014 20:27

    Hallo Gerrit,
    unsre Sanitär-Jungs kommen bald zum Verlegen der Fußbodenheizung. Daher interessiert mich der Punkt: Keine Fußbodenheizung unter der Badewanne verlegen lassen.
    Gab es dadurch Probleme beim stellen der Wanne?
    Gruß Michael

    • Antworten Gerrit Okt 3, 2014 20:13

      Sorry für die späte Antwort, sind grad im Garten-Stress 😉
      Ja tatsächlich gab es da Probleme, da der Sanitär-Monteur sehr überrascht war und dann sehr vorsichtig vorgehen musste. War aber auch nicht dabei, um zu sehen, was genau alles im Boden festgemacht wird. Zumindest meinte er, dass er das erste Mal Fußbodenheizung unter der Badewanne hatte, da diese ja zwecks Schall-Isolierung auch durch den Badewannenkörper die Wärme nicht groß durchlässt. Hing denke ich auch damit zusammen, da wir die Sanitär-Objekte komplett bei B&W herausgenommen hatten. In den Plänen war aber die Badewanne schon immer drin gewesen.
      Bei der begehbaren Dusche war es auch genau anders herum. Dort hätten wir gerne Fußbodenheizung gehabt, aber dort ging es wegen dem Bodenelement technisch nicht.

  2. Antworten neontrauma Jun 13, 2015 21:58

    Ah, großartig – vielen Dank für diese Hinterher-ist-man-immer-klüger-Aufstellung!

    Insbesondere den Punkt mit den nur ungefähren Fliesengrößen finde ich gerade gut zu wissen… da rechnet man so ja nicht mit. oO

    • Antworten Gerrit Jun 14, 2015 12:20

      Ja meistens muss man die Tipps aus den Beiträgen herausfiltern. Eine Übersicht hilft da schneller 🙂 Gerade ist mir wieder ein Tipp eingefallen: Falls ihr Außenwasserhähne habt und z.B. eine Entkalkungsanlage oder keinen Brunnen/Regentonne etc., so dass ihr einiges an Wasser für den Garten verbrauchen werdet, schaut euch den letzten Punkt unter „Sanitär“ an

  3. Antworten Annika gamer Mai 24, 2016 12:13

    Vielen Dank für die ausführlichen Schilderungen eurer Erlebnisse und Gedanken!
    Wir möchten eben falls mit B&W bauen und das auch noch ganz in eurer Nähe 😉 in Pfinztal, bei Karlsruhe. Da wir ebenfalls einiges in Eigenleistung machen möchten, würde mich interessieren, ob auch im Nachhinein, alles gut geklappt hat? Gerade im Sanitärbereich (haben die selben Gründe für die Herausnahme wie ihr) bin ich unsicher, ob eine Fremdfirma und B&W gut ineinandergreifen. Wie war eure Erfahrung? Wir haben im Juni eine Art Vorbemusterung und Werksbesichtigung vor uns, habt ihr vielleicht Tipps für uns? Habt ihr Sanitär oder Bodenbeläge trotzdem bemustert? Um es dann heraus zu rechnen?
    Herzliche Grüße und nochmals vielen Dank für den tollen Blog!
    Annika

    • Antworten Gerrit Mai 24, 2016 16:31

      Hallo Annika, also Sanitär war in einer Standard-Ausstattung im Angebot (also was B&W im Standard hat, wir haben nur gesagt x Waschbäcken, x Kloschüsseln, bodengleiche Dusche etc.), aber wir hatten dann keine genaue Bemusterung mehr gemacht, da uns auch etwas „genervt“ hatte, dass man immer erst einen Termin machen muss, damit man dann später auch konkrete Preise bekommt (würd man potentiell auch erst nach Vertragsunterzeichnung machen). Da ihr eine Vorbemusterung macht, geh ich davon aus, dass der Vertrag noch nicht unterschrieben ist. Vorbemusterung hatten wir auch: Ganz wichtig, nehmt so viel wie möglich mit ins Angebot, also alles was klar ist. Rausstreichen kann man später immer noch (wobei ich jetzt nicht sagen kann, wie B&W sich verhält, wenn es am Ende 40k weniger sind oderso, aber manches wird auch durch neue Punkte ersetzt, also 1-3% kommen mind. an neuen Punkten hinzu später, also Puffer einplanen). Bodenbeläge hatten wir nur geändert, aber wurd durch B&W gemacht. Ich würde aber wenn dann Innentüren auch mit rausnehmen. Bodenbeläge/Innentüren sollte auch kein Problem sein, da es danach nicht viel geben sollte, was B&W noch machen muss. Also könnte man davor auch schon Endabnahme machen. Bei uns kam dann nur nach den Fliesen und potentiell auch nach den restlichen Bodenbelägen nochmal das Malerteam, um Nachbesserungen vorzunehmen, die durch diese Arbeiten entstanden sind. Wenn ihr den Boden/Türen rausnehmt, würden die wohl nicht nochmal kommen, also müsste man das selbst machen. Die lassen einem aber auch Farbe da, damit man etwas selbst nachbessern könnte oder benutzen die dann eben selbst später.
      Sanitärobjekte Endmontage war auch kein Problem, da es bis auf die Badewanne keine Abhängigkeiten gibt. Eventuell lasst ihr aber dann den Fliesenleger die Fugen an den Sanitärsachen machen, wenn möglich. Und bei einer Duschwanne / Badewanne kann es sein, dass Arbeiten vor dem Estrich oder vor den Bodenbelägen notwendig sind. Aber normalerweise hat man dann immer 1-2 Wochen Zeit, seine Arbeiten die nur 1-3 Tage dauern unterzubringen, bevor B&W wieder kommt. Aber das kann man dann ganz gut mit dem Bauleiter abstimmen. Man muss da aber potentiell ein klein wenig flexibel sein bzw. immer jede kleine Terminänderung im Blick haben, da es bei uns durch Krankheit/Urlaub auch am Ende nochmal zu Verzögerungen der B&W Arbeiten kam.

  4. Antworten Marcel Apr 23, 2017 22:38

    Tolle Liste, daran kann man sich schon mal gut orientieren. So ein paar Dinge haben wir auch schon mitbekommen. Gerade die Elektrik finde ich noch mal spannend, dass es dort so detailliert sein sollte; guter Hinweis.

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