Mit oder ohne Loxone Partner 2

Ich wurde schon oft gefragt, ob ich Unterstützung durch einen Loxone-Partner hatte oder warum ich eben darauf verzichtet habe.
Zunächst einmal soll dies auf keinen Fall eine allgemein gültige Empfehlung darstellen, sondern nur meine damalige und heutige Sichtweise im Bezug auf unser eigenes Projekt widerspiegeln.

Zum einen war bei uns der Elektriker von Beginn an gesetzt. Da wir mit einem Fertighaushersteller gebaut haben und dieses als nahezu schlüsselfertig bestellen wollten, war es uns wichtig, dass auch der zentrale Bestandteil Elektrik vom Hausbauer selbst koordiniert wird und dort Leute am Werk sind, die schon auf vielen Baustellen zusammen gearbeitet haben. Zum Zeitpunkt unserer Fertighaus-Bauer-Recherche gab es noch keinen Hersteller, der mit dem Loxone System sozusagen ab Werk gearbeitet hat. D.h. es kam darauf an einen Elektriker zu finden, der sich auf dieses Abenteuer einlässt. Und den haben wir bei Bittermann & Weiss mit den Elektro-Füchsen gefunden. Bei anderen hätte man dann hier teilweise das Elektrogewerk herausnehmen und damit selbst managen müssen.

Zum anderen ist es sicherlich wie immer eine Geldfrage. Es war von Anfang an klar, dass ich die Programmierung komplett selbst machen werde. Offen waren also somit die initiale Planung/Projektierung (z.B. Wahl der Komponenten, Positionen für BWMs, etc.) und Aufbau & Verkabelung des Schaltschrankes. Beim letzten Punkt hatte ich mit den Elektro-Füchsen wiederum den Vorteil, dass diese bereit waren nach meinen Vorgaben die Verkabelung mit den Aktoren, Dimmern, etc. vorzunehmen.

Da ich mich persönlich im Bereich von Internet, Connected Devices, typischen Protokollen (HTTP, TCP, UDP) etc. sehr wohl fühle, war mir von Anfang an bewusst, dass hier der Markt noch lange nicht am Ende seiner Möglichkeiten ist und Standards im Home-Automation Bereich leider ebenfalls Mangelware sind. D.h. wenn man sich auf etwas zu diesem Zeitpunkt einlässt, wollte ich genau Bescheid wissen, ob dies auch für die Zukunft eine gute Wahl ist. Und dazu muss man sich näher mit dem Thema und den aktuellen Lösungen am Markt beschäftigen. Wer 100%ig sicher gehen will, dass die gewählte Lösung für die nächsten 50 Jahre tragbar ist, sollte wohl eher noch 5-10 Jahre warten, denn eher gehe ich nicht davon aus, dass sich ein Standard auf dem Massenmarkt durchsetzen wird.
Hinzu kam noch, dass ich einen Loxone-User im Forum kennengelernt hatte, der bei uns ganz in der Nähe gebaut hat und bei dem ich mir schon einiges abschauen konnte. Auch dieser hat sich zwar kleine (Remote-)Unterstützung von einem Loxone Partner bei der Wahl der Komponenten und Verkabelung geholt, aber doch den Großteil wie z.B. Verdrahtung und Aufbau des Schaltschrankes zusammen mit seinem Elektriker selbst umgesetzt.

Schlussendlich hatte ich bereits sehr viele Infos und Ideen gesammelt, dass ich mir zutraute die Projektierung selbst zu übernehmen. Zwar gibt es immer ein paar Dinge, die man das nächste Mal anders gemacht hätte, aber im Großen und Ganzen funktioniert alles wie geplant und ich bin mit dem aktuellen Stand sehr zufrieden. Oder anders gesagt, bei den restlichen Gewerken, in die man sich selbst nicht eingearbeitet hatte, fällt einem im Nachhinein einiges mehr auf, was man anders gemacht hätte.

Fazit

Zusammengefasst war somit entscheidend für die Umsetzung ohne Loxone Partner, dass…

  • eine Sternverkabelung vom Elektriker nicht abgelehnt wird, da sie nicht dessen Standard entsprechen würde
  • dem Elektriker das KNX oder andere Aktor-Sensor-Systeme nicht ganz fremd sind
  • man sich die Zeit bzw. Urlaub nimmt, die Elektroarbeiten mit zu begleiten, da doch immer wieder Fragen aufkommen und Entscheidungen getroffen werden müssen
  • man die Wahl der Komponenten selbst bzw. mit Hilfe des Loxone Forums oder anderer Loxone-Usern vornimmt
  • der Elektriker nicht davor zurückschreckt für ihn unbekannte Komponenten nach Anleitung des Bauherrn anzuschließen (und auch potentielle Diskussionen, wenn es nicht funktioniert 😉 )

Dagegen einen Loxone-Partner kann ich demjenigen empfehlen, der…

  • auch die Programmierung nicht selbst machen möchte
  • sichergehen möchte, dass der WAF nicht bei der Planung des Smart-Homes gefährdet wird (auch wir hatten schonmal an einem Abend alle schaltbaren Lichter aus)
  • nicht die Zeit hat, sich mit Alternativen zu beschäftigen
  • das nötige Kleingeld hat, um sich über solche Fragen keine Gedanken machen zu müssen 😉

Wer sich noch nicht sicher ist in welche Kategorie er fällt und wer sich gerne mal mit anderen Loxone-Usern austauschen möchte, dem kann ich unseren Loxone-Stammtisch in Karlsruhe empfehlen. Einfach auf folgender Seite anmelden und ihr bekommt die nötigen Infos, sobald der nächste Termin ansteht (wahrscheinlich Anfang März):

Loxone Usergroup Logo

2 thoughts on “Mit oder ohne Loxone Partner

  1. Antworten Eva Sep 15, 2015 23:56

    Haha, WAF Faktor, wie geil ist das denn – bei mir dann eben der HAF 😉
    Wir sind froh einen Elektriker gefunden zu haben, ob der schon etwas von Loxone gehört hat? Der Loxone Partner hat mal grundsätzlich frühestens in zwei Wochen Zeit… Dabei wollen wir doch nur ein bisschen Raffstore… 😉 Ich schau gleich mal in eurem Forum vorbei! Vielen Dank für die ganzen Tipps und Ideen und vor allem die tolle Aufbereitung in den Posts!

    • Antworten Gerrit Sep 19, 2015 12:00

      Das wichtigste ist die sternförmige Verkabelung und das auch jede Lampe einzeln zum Verteiler geht. Alles andere kann man später noch machen. Wenn ihr euch nicht sicher seid einfach nochmal nachfragen oder auch im Loxone Forum schauen (gibt jetzt ein neues: http://www.loxforum.com)

Kommentar verfassen