Blower-Door-Test – mühelos Passivhaus-Standard erreicht

Überraschend schnell und überaus positiv verlief der Blower-Door-Test, wofür von B&W ein unabhängiges Ingenieur-Büro beauftragt wurde. Dieser Test ist bei Belüftungsanlagen Pflicht und es muss ein Grenzwert von 1,5 h-1 (n50) eingehalten werden, damit die Anlage entsprechend begünstigend in die KfW Berechnung einfließen kann. Unter der Skala des Grenzwerts versteht man, dass bei diesem Wert die 1,5-fache Menge Luft im Haus bei einem Druckunterschied zwischen innen und außen von 50 Pascal (n50) in einer Stunde durch Undichtigkeiten in der Hülle ausgetauscht wird. D.h. also je geringer der Wert um so weniger Luft dringt durch Undichtigkeiten ins Haus (kalte Außenluft) oder aus dem Haus (potentielle Heizwärme).

Durch die vielen Blogbeiträge zu solchen Tests waren wir uns im Vorfeld bereits recht sicher, dass dieser Grenzwert kein Problem darstellen würde, da er zum einen recht defensiv von der Norm gewählt wurde und zum anderen vielfach deutlich bessere Werte erzielt werden. Deshalb war auch eher der nächste geltende Grenzwert von Interesse, nämlich den für den Passivhausstandard, der bei 0,6 h-1 (n50) liegt. Hier hatten wir auch häufig gelesen, dass teilweise mehrere Anläufe notwendig waren, um alle Leckagen zu finden und diese entsprechend abzudichten. Und nicht immer konnte der Grenzwert erreicht werden.

Typ A oder B

Der Blower-Door-Test ist in zwei Varianten definiert:

Typ A:

  • Messung im Nutzungszustand (bezugsfertig)
  • Die energetische Qualität wird ermittelt
  • absichtlich vorhandene äußere Öffnungen werden verschlossen (Fenster, Türen, …)
  • nachträgliche Abdichtungen können nur noch schlecht durchgeführt werden

Typ B:

  • Messung vor der Ausbauphase
  • Die Qualität der Gebäudehülle soll untersucht werden
  • Verschließen aller zusätzlichen Öffnungen, wie z.B. Abflüssen oder die Zuluft der Belüftungsanlage
  • nachträgliche Abdichtungen können noch durchgeführt werden

Laut dem anwesenden Bauingenieur wird nur noch nach Typ B vorgegangen, wie es auch von der EnEV empfohlen wird und uns auch am meisten zusagt. Andere Fertighausfirmen sind hier übrigens tw. anderer Meinung und ließen sich auch nicht überzeugen, wobei das Abdichten von Leckagen aus meiner Sicht immer noch zu den wichtigsten Ergebnissen dieses Tests gehört.

Zu Beginn wurden entsprechend der Typ B Vorgaben alle Abflüsse und die Lüftungsanlage zugeklebt, da durch diese Luft ins Haus nachströmen und das Ergebnis verfälschen könnte.

Messgerät Luftwechselrate

Messgerät Luftwechselrate

Als erstes wurde eine Leckage Messung durchgeführt. Hierbei sind nur zwei Stellen aufgefallen, die entsprechend notiert wurden und von B&W zeitnah zusätzlich abgedichtet wurden. Eine der zwei Stellen resultierte hierbei durch die von uns selbst beauftragten Arbeiten zur PV Anlage. Die Monteure hatten beim Zugang zum Dach nicht ausreichende Vorkehrungen zur Dichtigkeit vorgenommen.

Als zweites folgte dann die Messung nach den entsprechenden DIN Vorgaben. Diese sieht eine Messung in zwei Schritten sowohl bei Überdruck als auch bei Unterdruck vor. Das Ergebnis ist dann entsprechend der Mittelwert aus beiden (zumindest vereinfacht gesagt).

Ergebnis

Das Ergebnis überzeugte dann auf ganzer Linie: 0,45 bei Unterdruck und 0,52 bei Überdruck ergibt einen Mittelwert von ca. 0,49 und damit deutlich unter Passivhaus-Standard.

Unterdruck Ergebnis

Unterdruck Ergebnis

Überdruck Ergebnis

Überdruck Ergebnis

Das schriftliche Endergebnis erhalten wir dann bei Hausübergabe.

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