Smart Home – Loxone – Die Entscheidung 16

Da das Hausautomatisierungssystem einen zentralen Bestandteil unseres Hausbau-Projekts darstellt, sollte ein Beitrag zu der Auswahl und den zu erwartenden Kosten nicht fehlen.

Die Entscheidung fiel zwischen folgenden Systemen:

  • KNX  (komplett, z.B. auf Basis des GIRA HomeServer)
    • Programmierung und Erstellung einer Visualisierung komplex bzw. zeitintensiv (subjektiv, anhand der Recherche), bei externer Programmierung sind allein für diesen Punkt mind. 5.000 Euro einzuplanen
    • GIRA Komponenten zur Video-Türstation und zentralen Steuerung optisch sehr ansprechend, jedoch proprietär und problematisch bei der Kombination mit konventionellen Komponenten
    • teuerster Kandidat, es sollten Gesamtkosten ab 25.000 Euro aufwärts eingeplant werden, manche Musterhäuser/Hersteller nannten auch Kosten von > 60.000 Euro
    • große Internet Community
  • MyGekko
    • ähnlich Loxone bietet es die Integration von verschiedenen Systemen
    • Oberfläche der Steuerung subjektiv weniger ansprechend als Loxone oder Gira
    • keine nativen mobilen Apps (Android, iOS)
    • eigene Programmierung möglich und Komplexität ähnlich Loxone
    • keine Internet Community
  • Loxone
    • Integration von verschiedenen Systemen möglich (KNX, DMX, 1-Wire, HTTP Webservices, RS-232/485, EnOcean)
    • Oberfläche für PC und mobile Endgeräte kann mit wenigen Klicks erstellt werden
    • native mobile Apps (Android, iOS)
    • Internet Community bereits gewachsen

Wir haben uns für die Loxone Lösung entschieden. Jedoch nicht ohne trotzdem auf KNX Komponenten zu setzen, denn diese haben in Verbindung mit Loxone trotz allem noch einige Vorteile:

  • günstiger wenn es um zusätzliche Ein- und Ausgänge geht
  • weniger Verkabelung bei bestimmten Sensoren (Wetterstation) und Tastern und dadurch auch weniger notwendige digitale Eingänge
  • es stehen mehr Informationen der Sensoren zur Verfügung (PM & BWM)

Bei der Auswahl der KNX Komponenten sollte man jedoch beachten, dass die KNX-Intelligenz vielfach nicht in Verbindung mit Loxone genutzt werden kann bzw. es keine Visualisierung oder Feedback dieser gibt. So können z.B. keine Jalousieaktoren eingesetzt werden, die dezentral die Steuerung übernehmen, da Loxone hier auf eine eigene Lösung setzt bzw. die Wechselwirkungen von dezentralen Aktoren und zentralen Logiken/Steuerungen wie der Loxone schwer oder bisher eben gar nicht zu beherrschen sind.

Folgende Funktionen soll Loxone bzw. die weiteren Komponenten übernehmen:

  • Heizungssteuerung: Stellantriebe, 1-Wire Temperaturfühler
  • Zugangssteuerung: RFID, Mobotix T24, Video-Gegensprechanlage
  • Automatische Steuerung der Rollläden und Raffstore (u.a. durch Wetterstation, Sonnenstand)
  • Lichtkreise: LED Deckenspots, LED Stripes, Lichtszenen/Lichtkreise
  • Automatische Steuerung des Lichts durch Bewegungs- und Präsenzmelder
  • Anwesenheitssimulation
  • Alarmanlage (durch BWM/PM, IP Kamera, Licht- und Gerätesteuerung)
  • Schaltbare Steckdosen (auch mit Strommessung zur Erkennung von Ereignissen wie „Waschmaschine fertig“)
  • vernetzte Rauchmelder
  • Panikschalter/Zentralschalter (Alles-Ein bzw. Alles-Aus)
  • Energiemanagement (PV-Anlage, Luft-Wasser-Wärmepumpe, Verbraucher, E-Bike o.ä.)

Nun zu einem ganz entscheidenden Punkt, den Kosten.

Kosten

Elektriker Mehrkosten gegenüber konventioneller Verkabelung (Komplette Sternverkabelung inkl. Aufbau des Schaltschranks und Anschluss aller Loxone/KNX Komponenten): ca. 3.500 – 5.500 Euro (schwer zu sagen, da hier auch noch Mehrkosten für einem zusätzlichen Zählerplatz für den Rundsteuerempfänger enthalten sind, der für die PV Anlage benötigt wird und Kosten für die Verkabelung der insgesamt 39 Deckenspots)

Komponenten:

  • Zentrale Loxone Komponenten: Loxone Miniserver (1x), Loxone Extension (1x), Loxone IR Extension, Loxone DMX Extension, Loxone 1-Wire Extension: 1.500 Euro
  • Zentrale KNX Komponenten: MDT KNX 16fach Universalaktor (3x), ABB KNX 32fach Universal Konzentrator (1x), MDT 8fach Schaltaktor mit Strommessung (1x): ca. 1.400 Euro (EDIT: Bei MDT gibt es mittlerweile einen 20fach Schalt-Aktor AKS-2016.02, bei dem zusätzlich auch jeder Kanal einzeln abgesichert werden. Beim Universalaktor sind immer 4 Ausgänge zusammen abzusichern)
  • Netzteile (1x Meanwell SNT HRP 600 12V 53 A, 1x SNT HRP 600 24V 27A, 1x SNT HRP 300 24V 14A, 1x TDK Lamba DSP 100-24, Drossel und Strombegrenzungsbaustein für KNX Bus) und Eltako 65A Wechselstromzähler (2x): ca. 700 Euro (die großen Netzteile werden hauptsächlich für die zentrale Versorgung der NV Beleuchtung benötigt)
  • Taster – MDT 8fach KNX Taster (3x):  ca. 300 Euro (restliche konventionelle 1x, 2x und 4x Taster über Elektrikerkosten)
  • Video-Türstation Mobotix T24 (mit Doormaster, Keypad), PoE Injector: ca. 1.600 Euro (EDIT: Nachfolgemodell T25 mit höherer Auflösung)
  • Rauchmelder Gira Dual/VdS (7x), per Kabel vernetzt und 1x mit Verbindung an Loxone zur Überwachung (Meldung, Batterie): ca. 300 Euro
  • Bewegungsmelder / Präsenzmelder: Züblin KNX HokusPokus Decken PM (4x), Züblin KNX Swiss Garde 300 Wand PM (5x), Züblin Infra Garde 200 Max Außen BWM (2x), Stromstoßrelais für 230V Melder (2x) – ca. 1.200 Euro
  • Wetterstation Berker, 1-Wire Temperaturfühler (12x): ca. 450 Euro
  • LED PWM Dimmer Loxone (2x), DMX4ALL X9 (2x): ca. 350 Euro

Damit belaufen sich die Gesamtmehrkosten für die Hausautomatisierung auf ca. 11.300 – 13.200 Euro.

Darin enthalten sind keine Kosten für die Programmierung. Diese wird in Eigenleistung bzw. mit Hilfe diverser Foren und/oder anderer Bauherren in der Umgebung durchgeführt.

Beleuchtung

Etwas ausgeklammert habe ich manche Kosten für die Beleuchtung. Darunter fallen z.B. die Leuchtmittel, sowohl konventionelle Formen (bei uns auch LED, Preise zwischen 10 – 40 Euro je nach Leistung und Sockel) aber auch LED Stripes in Weiß oder RGB (je nach Länge, Leistung, Qualität ca. 40 – 200 € / 5m). Über die LED Beleuchtung wird es auch nochmal einen separaten Beitrag geben.

Elektrisches Haustürschloss

Ebenfalls nicht in der Kostenübersicht enthalten sind die Mehrkosten für ein elektronisches Haustürschloss. Zum Einsatz kommt das Winkhaus blueMotion Schloss. Mit entsprechenden optionalen Komponenten ist es hier möglich das Schloss an Loxone bzw. mit der Tür-Videostation zu verbinden. Kosten für das Schloss bzw. notwendiger Zusatzausstattungen und den Anschluss-Kosten vom Elektriker werden sich wahrscheinlich auf ca. 1.500 € belaufen.

Weitere optionale Kosten

  • Zentrale Touchpad Steuerung: Android Tablet mit Halterung und Permanentstromversorgung: ca. 300-350 €
  • Fensterkontakte
    • günstig / nachträglich möglich: Funklösung von ELV Homematic, Zentrale 150 Euro + ca. 30 Euro / Fenstergriff, Homematic Zentrale kann über HTTP Befehle in Loxone eingebaut werden
    • teuer / nur vor dem Einbau der Fenster möglich/wirtschaftlich: im Fensterrahmen eingebaute Kontakte + 1-Wire Schließer: ca 200 – 300 Euro pro Fenster inkl. Verkabelung

Onlineshops

Sehr empfehlen kann ich folgende Onlineshops:

16 thoughts on “Smart Home – Loxone – Die Entscheidung

  1. Antworten Sascha Strasser Feb 6, 2014 07:03

    Hi,
    bei dem „Präsenzmelder“ von Züblin gab es eine Änderung. Dieser wird nicht mehr von Züblin als Präsenzmelder, sondern als Bewegungsmelder vertrieben. In neuen Datenblättern existiert der Präsenzbereich nicht mehr.

    Gruß
    Sascha

    • Antworten Gerrit Feb 6, 2014 21:19

      Danke für den Hinweis. Ist aber echt seltsam, da die nicht KNX Variante noch als Präsenzmelder gelistet ist und auf der Homepage es auch noch steht (nur im PDF Datenblatt nicht mehr). Hab mal bei Züblin nachgefragt, um Licht ins Dunkle zu bringen. Zumindest ist der Melder bei den KNX-Forum-Leuten unter den kleinen Meldern ein recht häufig genutzter und empfohlener. Andere sind meistens größer/auffälliger oder teurer.

    • Antworten Gerrit Feb 21, 2014 09:32

      Züblin hat sich gemeldet und es hatte mich extra ein Techniker zurückgerufen 😉 Im Endeffekt stammen alle Aussagen aus dem Marketing und er würde das Wort Präsenzmelder nie verwenden. Eigentlich wären alle Modelle „nur“ Bewegungsmelder mit unterschiedlicher Empfindlichkeit. Und an der technischen Ausführung hat sich nichts geändert. Er hatte selbst diese Änderung durch das Marketing nicht mitbekommen und konnte auch keine Erklärung für den Unterschied im Vergleich zum nicht KNX Modell liefern. D.h. die Aussagen zum Beispiel aus dem KNX Forum haben weiterhin Bestand und ich bin aktuell nach dem ersten Einbau auch zufrieden, ohne natürlich direkte Vergleiche zu haben. Aber die richtigen Erfahrungen sammeln wir dann natürlich erst wenn wir eine Zeit drin gewohnt haben (Ab April ca.).

  2. Antworten Sascha Strasser Feb 6, 2014 07:04

    Der Kommentar bezieht sich auf den Hokus Pokus 🙂

  3. Antworten tronicum Mrz 29, 2014 11:24

    Hallo, ich baue gerade einen sehr ähnlichen Setup und informiere mich gerade über die Gira Rauchmelder. Wie wird den der Kabel/KNX Übergang genau gemacht? Laufen da extra Busleitungen von jedem GIRA in den Verteiler, dann in ein KNX Modul und dann in die Loxone/KNX Extension?

    • Antworten Gerrit Mrz 29, 2014 12:12

      Das Relaismodul der Rauchmelder wird nur an zwei digitale Eingänge angeschlossen (wahlweise KNX Binäreingänge oder Loxone Eingänge). Zusätzlich habe ich noch die Batterie vom ersten Rauchmelder an einen analogen Eingang angschlossen. D.h. man benötigt 5 Adern von der Verteilung zum Melder mit Relaismodul (1x 24V zu beiden Gira Relais, 2x Gira Relais zum digitalen Eingang, 2 Adern für Batteriemessung). Bei uns ist dies der Melder im Technikraum, d.h. der Weg ist kurz. Die anderen Melder werden über 2 Adern vernetzt (ich habs als „Bus“ hintereinander). Man braucht auch nur einen Melder mit Relaismodul, da bei Vernetzung nicht nur das akustische Signal sondern auch der Fehler von anderen auf dem Relaismodul weitergegeben wird. Tückisch ist hier nur, dass dies im Testmodus nicht passiert, aber laut einschlägigen Foren solls gehen ;). Habe die Melder auch gerade vorgestern genauso installiert. Beitrag folgt, wenn die Zeit da ist 😉

  4. Antworten Heinrich Sep 3, 2014 11:05

    Wir sind auch an der Entscheidung zu Loxone an unserm BW Projekt und würden uns über ein Kontakt freuen.

  5. Antworten Gerhard Krenn Nov 23, 2014 18:22

    Hallo Leute,
    Zur Info, loxone wird in naher Zukunft einen eigen Rauchmelder heraus bringen,…
    Ich glaub das warten wird sich lohnen.
    Lg gerhard

    • Antworten Gerrit Dez 6, 2014 15:41

      Generell sind die Air Produkte für Nachrüster oder vergessene Features ja nicht schlecht. Aber wer die Elektronik von Grund auf neu macht, sollte meiner Meinung nach verkabelte Lösungen immer zuerst in Betracht ziehen. Zudem ist der Preis von 80-90 Euro für den Loxone Melder schon sehr an der Schmerzgrenze. Ich werd bald unsere Melder auch in die Alarmanlage einbinden, denn die Gira Melder können manuell aktiviert werden. Die Loxone aufgrund der Air-Funktechnik leider nicht (sind wegen Batterie-Betrieb nicht dauerhaft am Funken)

  6. Antworten Stephan Jan 9, 2015 20:53

    Hallo,

    wir sind aus Karlsruhe und planen auch gerade unser EFH mit Loxone. Hattet ihr einen Loxone Partner aus der Nähe für die Planung, oder habt ihr alles selbst gemacht?

    Grüße,
    Stephan

    • Antworten Gerrit Jan 11, 2015 13:04

      Hallo Stephan,

      wir hatten es uns auch erst überlegt einen Partner aus der Umgebung zu nehmen. Aber durch die Recherche nach dem richtigen Partner und der eigenen, da man ja auch selbst gut vorbereitet sein wollte, fühlte ich mich schon deutlich sicherer in der Planung. Ausschlaggebend war dann ein Besuch bei einem anderen Loxone-User, der auch fast alles selbst gemacht hat und sich nur von einem Partner (ebork-shop) Remote beraten hat lassen. Hierbei entstand dann auch die Planung der Loxone-KNX Mischung, die nicht jeder Partner unterstützt.
      Ihr könnt auch mal bei uns vorbeischauen, wenn ihr noch unsicher seid. Zudem veranstalten wir mittlerweile einen Loxone Stammtisch hier, bei dem auch gerade am Freitag das letzte Treffen war. Muss ich hier im Blog vielleicht auch mal verlinken 😉

      Gruß,
      Gerrit

    • Antworten Gerrit Jan 11, 2015 13:11

      Achja noch vergessen: Wir hatten für unseren Elektriker eine komplette Übersicht der Verkabelung der Steuerungs-Technik im Schaltschrank erstellt. Anhand dessen und anhand seiner Erfahrung mit der konventionellen Verkabelung hatte alles sehr gut funktioniert. Wir haben auch alle Teile selbst besorgt. Ein paar Infos zum Ablauf und einen Link zu unserer Verkabelungs-Übersicht findest du in einem Beitrag.

  7. Antworten Matthias Feb 8, 2015 15:31

    Ein sehr interessanter Blog! Wir stehen kurz vor der Anschaffung einer Mobotix T25 Anlage, die wir hauptsächlich über das iPad bedienen möchten. Daher meine Frage: seid Ihr noch zufrieden mit der T25? Ich stelle mir es bei uns so vor, dass ich ein Cat7 Kabel vom Speedport Router nach draußen lege (mit POE Injector) und als Gegenstelle entweder einen Mac oder eben ein iPad oder iPhone nutze. Kannst du dafür die T25 empfehlen?
    Vielen Dank! Beste Grüße, Matthias

    • Antworten Gerrit Feb 9, 2015 18:57

      Hallo Matthias, Generell ist die Mobotix T24/25 von der Qualität und vom Funktionsumfang sehr gut. Nur der Support lässt etwas zu wünschen übrig und Probleme hab ich eher mit dem RFID KeyPad von denen. Zur App beim iPhone kann ich nichts sagen. Für Android und iOS gibts die alternative App Q-CAM PRO, die zumindest für Android eine gute Integration bietet. Die Integration mit Loxone funktioniert auf Abruf zufriedenstellend, bei einem Klingelereignis jedoch funktioniert es nur selten, dass die App automatisch hochkommt. Ist aber wohl auch Android Geräte-/Versionabhängig. Prüfe deshalb aktuell, ob man auch über Tasker & QCamPro etwas konfigurieren kann.
      Gegen deinen Plan mit der Verkabelung spricht auch nichts. Falls Ihr einen Türkontakt habt oder plant, kann man auch überlegen, ob man diesen zusätzlich direkt an die T24 führt. Dafür wäre entweder ein IO-Modul, ein Doormaster oder RFID-Keypad notwendig. Wir haben den Doormaster, da bei Anschluss eines Türschlosses an die T24 ansonsten der Zugriff von außen einfacher möglich wäre. An diesen Doormaster haben wir den Türkontakt angeschlossen und die Klingel hört dann z.B. automatisch auf, wenn die Tür geöffnet wurde. Eventuell kann man das aber auch von außen über Loxone triggern.

      • Antworten Matthias Feb 11, 2015 11:42

        Hi!

        Vielen Dank für deine Antwort! Bisher hatte ich nur Kontakt zum Support von expert-security.de, und der ist absolut super.
        Unser Setup würde ja ohne Loxone laufen und direkt die Mobotix-
        eigene App auf dem iPad verwenden. Ich könnte mir vorstellen, dass das dann reibungslos funktioniert.
        Das RFID modul brauchen wir nicht – unsere Tür hat auch kein elektronisches Schloss. Wir haben auf jeden Fall schonmal den Speedport gegen eine Fritzbox 7490 getauscht, da es sonst wohl eher zu Problemen beim Fernzugriff kommt.
        Mal sehen, wie sich die Realisierung gestaltet 🙂

        Viele Grüße
        Matthias

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