Positive Überraschung: KfW 40 statt 55

Anfang der Woche hatten wir von Bittermann & Weiss den Energieausweis zugeschickt bekommen. Dieser enthielt auch eine detaillierte Darstellung und Herleitung der für die KfW Einstufung relevanten Werte. Dabei hat uns sofort überrascht, dass wir beim Jahresprimärenergiebedarf deutlich unter dem KfW 40 Grenzwert lagen und beim Transmissionswärmeverlust nur knapp darüber (Zur Erinnerung: Wir hatten ein KfW 55 Haus – Standard bei B&W – in Auftrag gegeben).

Effizienzhauslevel

Effizienzhauslevel zu Beginn (Q“p – Jahresprimärenergiebedarf, H’T – Transmissionswärmeverlust)

Demnach könnte ja die Chance bestehen, mit geringen Zusatzaufwendungen entsprechend die KfW 40 Grenzwerte noch zu erreichen. Zwar hatten wir damals schon pauschal bei der Fertighaus-Anbieter-Auswahl alle Firmen nach Zusatzkosten für das KfW 40 Level befragt, jedoch gab es damals keinen Anbieter, der hierfür weniger als 5.000 Euro aufgerufen hatte (im Vergleich zu KfW 55), eher noch deutlich darüber. Deshalb war das Thema bei uns auch nicht mehr so präsent, aber in dieser Konstellation wollten wir dann den Versuch doch nicht ungenutzt lassen.

Um den Transmissionswärmeverlust zu verbessern/zu verringern, ist der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) der einzelnen Bauteile entscheidend. Dabei gab die Aufstellung schon die entsprechenden Hinweise, bei welchen Bauteilen am meisten herauszuholen war. Herausstachen hier insbesondere die Fenster und die Haustür. Das soll nicht heißen, dass hier schlechte Bauteile verbaut werden, im Gegenteil, im Standard werden bei B&W bereits Passivhaus-taugliche Fenster angeboten.
Eine recherchierte Anzeige des Fensterherstellers Unilux ließ eine Verbesserung des U-Wertes durch eine Zusatzausstattung auf 0,8 statt 0,9 vermuten (0,80 hätte bereits gereicht). Jedoch gab es zwei Überraschungen, zum einen ist diese Option ebenfalls bereits Standard bei B&W (!) und der bisher herangezogene Wert von 0,9 war in der Berechnung einfach nur nicht mehr aktualisiert worden. Zum anderen ist der korrekte Wert des Herstellers mit 0,82 etwas geringer bzw. eben genauer als die Werbeanzeige. Dies führt dazu, dass der Gesamtwert sich zwar verbessert, jedoch liegt dieser immer noch um unglaubliche 0,001 (leider wird auf drei Stellen genau gerechnet) über dem Grenzwert. Das bedeutet aber auch, dass wir ganz nah dran sind.

Der zweite Versuch war dann auch wie erwartet erfolgreich: Bei der Alu-Haustür konnte der U-Wert durch den Wechsel auf 3-fach Verglasung und eine stärkere Dämmung von 1,2 auf unter 1,0 erreicht werden. Damit konnten wir also im Ergebnis durch eine zusätzliche Investition von ca. 650 – 700 € den zusätzlichen Tilgungszuschuss von der KfW Bank mit 2.500 Euro einstreichen.

KfW

Das KfW-Level nachträglich zu ändern ist übrigens kein Problem: Es muss hierfür nur das Formular „Online-Bestätigung zum Antrag Energieeffizient Bauen (153)“ neu eingereicht werden. Dieser Fall scheint aber nicht alltäglich, da uns zunächst mitgeteilt wurde, dass dafür auch das KfW-Darlehen insgesamt zu den aktuellen und im Vergleich zu damals deutlich schlechteren Konditionen neu beantragt werden müsse. Eine zweite Aussage meinte gar, dass es abhängig vom Bau-Fortschritt sei, obwohl die Homepage der KfW-Bank etwas anderes sagte. Erst das Nachhaken bei einem weiteren Kollegen bei der KfW Bank brachte das gewünschte Ergebnis.

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