Finanzierung

Da wir was das Thema Finanzmakler angeht schon etwas gebeutelt waren, wollten wir bei der Haus-Finanzierung auf jeden Fall eine unabhängige Beratung einholen. Wir waren bereits vorab bei zwei Banken zu Vorgesprächen. Hier hat man den Beratern angemerkt, dass sie wenig an konkreten Angeboten und Beratungsgesprächen interessiert sind, solange die konkreten Eckpunkte wie Grundstücks- und Hauskosten noch nicht 100%-ig feststehen. Das macht es für den Verbraucher natürlich schwierig seine persönlichen finanziellen Möglichkeiten für einen Kredit auszuloten bzw. Vertrauen zu einer bestimmten Bank aufzubauen.

Im ersten Schritt sind wir daher zur kostenpflichtigen Finanzierungsberatung bei der Verbraucherzentrale gegangen, da wir hier davon ausgegangen sind, dass wir eine vollkommen unabhängige und ehrliche Meinung bekommen würden. Schließlich bezahlt man hierfür ca. 80 Euro pro Stunde für die Beratung. Und in der Tat bekamen wir hier gute Hinweise bezüglich der Nutzung unseres Eigenkapitals und eine solide Berechnung unseres möglichen Kreditvolumens. Auch die verschiedenen Finanzierungsarten wurden eingehend diskutiert. Unter anderem wurde von Bausparverträgen und Wohnriesterverträgen abgeraten. So basiert Wohnriester zum Beispiel auf einer Sterbetafel, die davon ausgeht, dass man ein Alter von über 100 Jahren erreichen wird. Dies bekommt man in ähnlicher Art sicherlich auch von den Banken selbst vorgerechnet, dort schwingt aber immer etwas Misstrauen mit, weil diese ja auch etwas verkaufen wollen. Der Berater von der Verbraucherzentrale empfahl uns noch einige Finanzmakler, an die wir uns nach dem Beratungsgespräch gewendet haben und die uns verschiedene Angebote eingeholt haben. Ein kurzer Gegencheck bei der Hausbank hat ergeben, dass diese mit den guten Konditionen aus den eingeholten Angeboten nicht mithalten können.

Im Internet gibt es durch die vielen Vergleichsrechner immer eine Hülle und Fülle an Lockangeboten. D.h. bei http://www.biallo.de oder in der Finanztest Zeitschrift werden günstige beworben, in der Wirklichkeit habe ich diese Konditionen jedoch noch nicht angetroffen.

kfw Bank Logo

Ein weiteres Thema sind die Förderdarlehen vom Staat, insbesondere natürlich die KfW-Bank-Darlehen. In Baden-Württemberg gibt es zusätzlich ein Angebot der L-Bank, welches die KfW Darlehen nochmals subventioniert und bessere Konditionen anbietet. Wir gingen davon aus, dass man als Bürger in Baden-Württemberg somit ohne Probleme diese Darlehen bekommen sollte. Jedoch ist auch hier die Realität eine andere. Im Grunde können (oder wollen) eigentlich nur regionale Anbieter aus Baden-Württemberg diese anbieten.

Am Ende haben wir uns für ein Angebot der DSL-Bank entschieden, die etwas bessere Konditionen für KfW anbietet (Programme 124 & 153).

DSL Bank Logo

Unser Ziel ist es, den Kredit in 15 Jahren abbezahlt zu haben, am Ende werden es wahrscheinlich doch 20 werden.

Ein kleiner Zusatzhinweis: Wer noch eine Investition in Richtung Photovoltaik-Anlage im Anschluss an den Hausbau plant, sollte darauf vorbereitet sein, dass auch das KfW Programm 274 Darlehen hauptsächlich auf dem Papier existiert. In der Realität scheinen viele Banken den hohen Aufwand zu scheuen, insbesondere in Darlehenshöhen im Bereich von 5.000 bis 15.000 Euro. Häufig werden weitere Sicherheiten gefordert (Grundschuld), die man aber normalerweise nicht liefern kann. D.h. im Normalfall sind die angebotenen KfW Zinssätze (Bonitäts-Rating 1) nicht zu erreichen.
Mittlerweile gibt es aber schon Direktbanken im Internet, die sich darauf spezialisiert haben: https://www.mein-solarkredit.de/

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